Die Treppe – Besiege den Feind in Dir

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Als ich heute morgen am Strand auf Sylt unterwegs war ist mir diese Treppe aufgefallen.
Auf ihr bewegte sich ein alter Mann ganz langsam und sehr zittrig nach oben.

Auf dem ersten Plateau blieb er gebeugt stehen und rang sichtlich nach Luft.

Auf die Frage ob ich ihm Helfen darf hob er seinen Kopf,
sah mir prustend in die Augen und antwortete mit einem freundlichen,
entschlossenen „Nein!“.

Ich begriff, dass er es ernst meinte, sprintete die Treppe hinauf und
setze mich oben angekommen auf eine Bank um Ihn zu beobachten.

Er drehte sich um, blickte zurück, holte tief Luft und nahm die nächsten Stufen in Angriff.

Es dauerte diesmal gefühlt doppelt so lang und seine Beine zitterten von Stufe zu Stufe mehr.

Dennoch erreichte er das nächste Plateau. Wieder blieb er einen Moment lang stehen, sah zurück,
wischte sich über die Stirn, ballte seine Hände zu Fäusten und erklamm die nächsten Stufen.

Sein Körper schien immer schwerer zu werden doch er machte weiter.

Als er nach einer Weile, den anstrengenden Schritten und vielen Atemzügen völlig erschöpft das letzte Plateau erreichte stand Ihm das Schmerzen der Knochen sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben.

Er setzte sich auf eine Stufe sah nach oben und fasste sich an den Oberschenkel.

Er biss die Zähne zusammen, hob seinen Arm und zählte die letzten noch vor Ihm liegenden Stufen ab.

Als er sich wieder aufraffte hielt er sich bei jedem behäbigen Schritt am Geländer fest und fing an Etwas vor sich her zu nuscheln.

Nur noch 3 Stufen trennten Ihn von der Spitze der Treppe.

Er hob seinen Kopf an und unsere Blicke trafen sich.

Der Körper an der absoluten Grenze, Schweissperlen rannen ihm über die Stirn.
Die Lippen mittlerweile zitternd, blau angelaufen.

Doch aus seinen Augen blitzte pure Willenskraft.

Sein Blick schien zu sagen, dass Ihn Nichts und Niemand aufhalten kann.
Es war mehr als nur Entschlossenheit.

Es war das Feuer der Leidenachaft.
Der unbeugsame Kampfgeist, der selbst in einem erschöpften, betagten Körper
noch unglaubliche Reserven zu Verfügung stellt.

Oben angekommen setzte er sich neben mir auf die Bank und schnappte nach Luft.
Als er sich nach einer Weile wieder aklimatisiert hatte lächelte er mich mit
funkelnden Augen an. Ich fragte Ihn was er zu sich gesagt hatte, als er sich
die Stufen hochquälte. Nach einer kurzen Schweigeminute sagte er.

„Wissen Sie, Ich habe in meinem Leben 2 Kriege durchlebt, Menschen sterben gesehen
und mir in den dunkelsten Stunden immer wieder gesagt das ich nur durchhalten muss um meine Ziele zu erreichen, egal was auch passiert.

Als ich vorhin anfing mit mir selbst zu sprechen sagte ich.
Und jetzt hören Sie genau zu!

Ich sagte: „Ich besiege Dich..Ich besiege Dich!“

Daraufhin fragte ich wen genau er besiegt.
Er stand auf reichte mir die Hand, drehte seinen Blick zum Meer und sagte.

„Wissen Sie junger Mann was der grösste Feind auf dem Weg zum Erfolg ist? – Es ist die Pest des inneren Schweinehundes, des Teufels in uns, der uns mit aller Macht zu brechen versucht. Er geisselt uns durch körperlichen Schmerz und setzt uns in Form einer immer lauter werdenden inneren Stimme den Floh ins Ohr, dass wir nur aufgeben müssen und dann geht es uns gut. Deshalb finden Sie den stärksten Feind niemals in der Aussenwelt. Sie finden Ihn in sich. Viele Menschen Knien vor Ihm nieder wenn es hart wird anstatt stand zu halten und Ihm die Stirn zu bieten. Doch erst der Sieg über Ihn bedeutet das Wachstum das wir Menschen brauchen um uns selbst richtig lebendig zu fühlen. Was auch passiert, geben Sie niemals auf!“

Nach einer Weile spürte ich einen kühlen Windzug über mein Gesicht pfeifen,
hörte das Rauschen der Wellen und öffnete wieder meine Augen.

Was für ein Traum…

Ps. In jedem von uns steckt eine Kraft die immer stärker wird,
je öfter wir den inneren Feind besiegen. Diese Kraft ermöglicht uns alles
zu erreichen was wir uns vorstellen können.

Setz Dir ein Ziel, konzentriere Dich voll und ganz auf das Gefühl wie es sein wird,
wenn Du die letzte Stufe Deiner persönlichen Treppe erklommen hast.

Was siehst Du? Gib Alles um Alles zu erreichen und Du schaffst es!

Ich glaube an Dich! – Gez. Coach Hoffmann